Sport und trotzdem dick? Warum Sport keine Garantie für Abnehmen ist

Du treibst Sport und nimmst trotzdem nicht ab? Dein Problem teilen viele Menschen und auch wenn die Aussage “Ich kann nicht abnehmen” zu einem abrupten Abbruch aller Bemühungen führt solltest Du einen zweiten Blick riskieren. Sport ist ein Mittel, um den Abnehmprozeß zu unterstützen. Allerdings kann Sport auch dazu führen, dass der Abnehmprozeß VERLANGSAMT wird … und das gilt es zu verhindern. Lies weiter und Du erfährst, wie Du dieses Dilemma umgehen kannst.

Sport wird als Grund für massloses Schemmen genutzt

Abnehmen und Sport
Nach dem Sport neigen viele Menschen dazu, es mit der Lebensmittelauswahl nicht so genau zu nehmen. Schließlich haben sie gerade Kalorien verbraucht – dieser kleine Schokorieglel kann da doch kein Problem sein, oder? Das Problem entsteht, weil die Anzahl verbrauchter Kalorien überschätzt wird. Ein Schokoriegel ist tatsächlich kein Problem – wenn man gerade einen Marathon hinter sich hat! Allerdings reichen 30 Minuten Crosstrainer – schön langsam und entspannt mit einem Buch in der Hand – maximal für zwei Stücken Schokolade. Ein zusätzliches Problem ist, das Sport den Hunger anregt. Der Weg zum Kühlschrank endet also eher mit einer unkontrollierten Essensschlacht, als wenn kein Sport getrieben würde. Dies ist kein Aufruf, auf Sport zu verzichten. Man sollte sich aber einen Ernährungsplan zusätzlich machen – und sich daran halten. Finde heraus, wieviele Kalorien Du tatsächlich durch Deine Trainingseinheit verbrauchst – und berücksichtige dies in Deiner Gesamtplanung.

Der Flüssigkeitsverbrauch durch Sport wird nicht ausgeglichen

Die meisten Menschen trinken zu wenig Wasser. Die empfohlenen 1,5 Liter sind viel zu wenig, aber selbst die werden häufig nicht erreicht. Nun sollte beim Sport mindestens ein Liter Wasser pro Stunde getrunken werden – und das macht das Defizit noch größer. Das Problem ist, dass die Fähigkeit des Körpers Fett zu verbrennen eingeschränkt ist, wenn er dehydriert ist. Statt also den Abnehmprozess zu fördern, wird er durch Sport verlangsamt. Fazit: Generell viel Wasser trinken – und wenn Sport getrieben wird, noch mehr trinken!

Die Trainingsform ist entscheidend

Bei der Wahl der Sportart zum Abnehmen machen viele Abnehmwillige einen entscheidenden Fehler: Sie wählen den bequemen Weg – nicht den Effektiven. Sport hat beim Abnehmen verschiedene Funktionen. In Punkt 1 habe ich bereits erwähnt, dass die Menge an verbrauchten Kalorien eher überschaubar ist – gerade beim Ausdauertraining. Deshalb solltest Du Dich bei Deiner Trainingsplanung an eine einfache Prioritätenliste halten: Krafttraining vor Intervalltraining vor Ausdauertraining. Je nach Zeitrahmen, den Du Dir einräumen kannst, solltest Du diese Sportarten einplanen.

Krafttraining ist ein Muss! Durch die Krafttrainingseinheiten schonst Du Deine Muskulatur und sorgst dafür, dass die Muskeln auch bei einem Kaloriendefizit nicht angegriffen werden. So bleibt der Grundumsatz hoch und Dein Dein Stoffwechsel intakt.

Intervalltraining verbrennt mehr Kalorien Über Jahre wurde gepredigt, dass langsames Training effektiver für die Fettverbrennung ist, weil Fett nur bei einem niedrigen Puls direkt verstoffwechselt werden kann. Das stimmt soweit auch, der Haken ist nur, dass die Gesamtmenge der verbrannten Kalorien nur sehr gering ist. Intervalltraining, also ein Training, bei dem hochintensive Belastungen mit Erholungsintervallen abgewechselt werden, verbraucht durch das mehr an Arbeit viel mehr Energie. Logisch, oder? Prozentual wird beim Intervalltraining tatsächlich weniger Fett verbraucht, als beim Ausdauertraining. Aber wenn wenige Prozent von vielen Kalorien immer noch mehr sind, als eine hohe Prozentzahl von wenig Kalorien, dann sollte die Entscheidung klar sein. Außerdem kommt beim Intervalltraining der sogenannte “Nachbrenneffekt” hinzu, bei dem bis zu 24 Stunden nach der Trainingseinheit weiter Kalorien verbrannt werden.

Ausdauertraining, wenn man viel Zeit hat Ausdauertraining hat seinen Platz in einem ausgewogenen Trainingsplan. Allerdings ist die Hauptfunktion der langen Ausdauereinheiten nicht der Kalorienverbrauch, sondern die Optimierung des Fettstoffwechsels und Stressabbau. Also macht diese Form von Training Sinn und sollte immer integriert werden. Aber wenn Du Abnehmen möchtest, dann steht die Effektivität im Vordergrund … und deshalb haben die anderen Trainingsformen Priorität.

Wechsel Deine Trainingsprogramme regelmäßig

Der menschliche Körper hat die Eigenschaft, sich an äußere Einflüsse schnell anzupassen. Wenn ein Trainingsreiz über einen längeren Zeitraum gleich bleibt, dann wird der Körper immer besser darin, ihn effektiv zu bewältigen. Ergebnis: Immer weniger verbrauchte Kalorien bei gleichbleibendem Reiz. Die einzige Lösung, um dies zu verhindern ist, dass der Körper immer wieder neu gefordert wird. Kombiniere alle oben genannten Trainingsmethoden, wechsele die Intensitäten ab und überasche Deinen Körper mit immer neuen Belastungen. So bleiben Deine Bemühungen auch dauerhaft wirkungsvoll.

Nicht ungeduldig werden

Abnehmen braucht Zeit und findet nicht linear statt. Phasenweise wirst Du die Pfunde purzeln sehen, in anderen Zeiten passiert scheinbar nichts. Wichtig ist, dass Du auch in Zeiten des Stillstands weiter trainierst und Dich weiter an die Trainings- und Ernährungspläne hältst. Jeder Mensch kann Abnehmen und solange Du Dich an die Basics hältst, kann der Körper nicht über einen längeren Zeitraum das Gewicht halten. “Ich kann nicht Abnehmen” nehmen viele Menschen als Grund, die Diäten abzubrechen und in alte Muster zurück zu fallen. Damit beweisen sie sich genau das – allerdings liegt die Unfähigkeit nicht im Körper, sie liegt im Kopf. Werde nicht ungeduldig, denke langfristig und mache Dir die neuen Essgewohnheiten und Trainingsgewohnheiten eben zu diesen – zu Gewohnheiten.