Magenband und Magenverkleinerung

Immer mehr Menschen neigen zu einer übermäßigen Fettansammlung und zur Fettleibigkeit. Die Behandlung sowie die Vorbeugung dieser sogenannten Adipositas ist gar nicht so einfach, wie zahlreiche Diätvorschläge und die Werbung uns immer glauben machen wollen. Manchmal versprechen nur noch operative Eingriffe tatsächlich Abhilfe. Aber was ist dran an einer Magenverkleinerung und einem Magenband? Wie funktioniert es und was sind die Vor- und Nachteile dieser chirurgischen Maßnahmen?

Der Magen ist eine Art Muskelsack mit etwa einem Liter Fassungsvermögen. Hier werden die Speisen gesammelt und für die Verdauung vorbereitet. Kohlenhydrate bleiben eine Stunde im Magen, Eiweiße etwas länger und Fette am längsten. Bei einer Magenverkleinerung wird der Magen, wie schon der Name verrät, operativ verkleinert. Dabei wird ein Stück des Verdauungsorganes entfernt. Der restliche Teil wird zu einem Schlauch moduliert. Deshalb wird die Magenverkleinerung auch umgangssprachlich als „Schlauchmagen“ bezeichnet. Großer Vorteil des verkleinerten Magens ist, dass die Produktion des Hungerhormons Ghrelin reduziert wird und der Patient tatsächlich weniger Appetit hat. Der sogenannte „Heißhunger“ fällt weg und man wird schneller satt. Durch die Operation ist der Magen aber trotzdem noch voll funktionstüchtig, nur eben in einem kleineren Ausmaß.

 

Eine weitere Möglichkeit das Übergewicht einzudämmen ist das Magenband. Es eignet sich für Menschen mit einem Body Mass Index von über 40 und bei denjenigen, bei denen bislang eine gesunde Diätmaßnahme nicht gefruchtet hat. Dieser Eingriff ist harmloser als der bei einer Magenverkleinerung, da lediglich ein Band um das Organ gelegt wird und ein Teil des oberen Magens auf diese Weise abgeschnürt wird. Dadurch entsteht eine Art Vormagen, der sich schnell mit Nahrung füllt und somit das Hungergefühl eindämmt. Vorteil ist also auch hier, dass der Patient zunächst weniger isst. Allerdings kann sich der Magen wieder dehnen und ein Nachziehen des Bandes und ein erneuter Eingriff werden notwendig. Ein weiterer Nachteil beim Magenband ist, dass das Hungerhormon nicht automatisch abnimmt, es wird also weiter produziert. Nur wer sein Essverhalten grundlegend ändert, wird auch tatsächlich Erfolg mit dem Band haben. Wer allerdings seine Essgewohnheiten im Griff hat, kann das Band auch wieder schnell entfernen lassen, was sicherlich einen weiteren Vorteil mit sich bringt.

 

Grundsätzlich muss jeder für sich selber entscheiden, welche Methode für ihn die beste ist. Dabei spielen auch Faktoren wie das Alter, die Lebensgewohnheiten und das Essverhalten eine entscheidende Rolle. Wer besonders jung ist und sich schon seinen Magen verkleinern lässt, wird es vielleicht in fünf Jahren bereuen, da die Forschung inzwischen weiter fortgeschritten sein wird und andere Methoden bevorzugt. Dagegen wird jemand, der gerne süße Getränke wie beispielsweise Cola, Fanta und Sprite trinkt und auch schlecht auf Pudding und Eis verzichten kann, mit dem Magenband kaum sein Glück finden können. Denn hier rutschen die Dickmacher einfach durch und der Sinn und Zweck des Vormagens geht verloren. Trotzdem zeigt die Erfahrung, dass mit diesen operativen Methoden krankhafte Fettsucht durchaus auch langfristig beseitigt werden kann.