Erkrankungen, die mit Übergewicht in Verbindung gebracht werden

Dass Übergewicht keine positiven Eigenschaften mit sich bringt, ist allgemein bekannt. Doch dass das Übergewicht auch einer der Hauptgründe für verschiedene Krankheiten ist oder diese zumindest fördern kann, ist weniger bekannt oder wird gerne auch einmal ignoriert.

Allen voran sei aber erst einmal gesagt, dass Fettleibigkeit nicht zwingend die Ursache für hohe Cholesterinwerte, Diabetes oder Herzprobleme ist. Wenn das Fett an den „richtigen“ Stellen sitzt, kann es sogar als Schutz vor diesen Erkrankungen dienen. Doch dafür muss das Fett im Fettgewebe eingelagert werden, so dass die Organe vor den negativen Auswirkungen geschützt werden können.

Studien konnten sogar belegen, dass die Einlagerung von Fett in dem Fettgewebe die Auswirkungen von zu viel Nahrung verzögert. Zumindest funktioniert das bei gentechnisch manipulierten Mäusen auf diese Art. In dem gleichen Experiment litten die Mäuse, die kein Fett einlagern konnten, häufig an Diabetes.

Als Schlussfolgerung kann man daraus ziehen, dass unser Körper zwar durchaus in der Lage ist, unsere Versäumnisse hinsichtlich der Ernährung und der mangelnden Bewegung auszugleichen, jedoch ist das nur so lange möglich, so lang das Fettgewebe nicht überfordert ist.

Denn ist das Fettgewebe überlastet, auf Grund einer permanent erhöhten Zufuhr an Kalorien in etwa, kann es diese Schutzfunktion nicht mehr ausüben und das Fett hat nun die Möglichkeit, seine schädlichen Auswirkungen im Blut und den Organen nachzugehen. Daraus wiederum folgt, dass das Fett nun in den Organen wie der Leber oder auch in den Muskeln gespeichert wird.

Und daraus folgen dann wiederum genau die Erkrankungen, vor denen Fett in Maßen noch schützen konnte, so beispielsweise die Fettleber oder auch die Diabetes.

Bei diesem Übergang von Schutz zu Krankheitsauslöser bzw. auch dem metabolischen Syndrom spielt das Fetthormon Leptin eine tragende Rolle. Denn dieses Hormon legt fest, wie das Fett im Körper verteilt wird. Zudem ist es aber auch mit einer appetithemmenden Wirkung versehen. Das ist der Grund, weshalb Menschen, die auf Grund einer genetischen Veranlagung positiv auf dieses körpereigene Hormon Leptin ansprechen, trotz ihrer Fettleibigkeit keinerlei Symptome des Metabolischen Syndroms aufweisen. Doch Vorsicht ist dennoch geboten, denn das Hormon verliert ab einem bestimmten Alter seine Wirkung. Naturbedingt wird der Schutz daher beendet, sobald der Mensch seine fortpflanzungsfähigen Jahre überschritten hat. Das wiederum bedeutet, dass mit diesem Alter eine gesunde Ernährung und Bewegung nochmals an Bedeutung zunehmen, um nicht am metabolischen Syndrom zu erkranken.

Das metabolische Syndrom wird auch gerne als das tödliche Quartett oder das Reavan – Syndrom oder Syndrom X bezeichnet und steht heut zu Tage als der ausschlaggebende Risikofaktor für koronare Krankheiten des Herzens angesehen. Charakterisiert wird dieses Syndrom durch eine abdominelle Fettleibigkeit, veränderte Werte des Blutfettes, Resistenz gegenüber Insulin und Bluthochdruck. Entwickeln kann sich diese Krankheit auf Grund des Lebensstils. Ist dieser durch eine andauernde Überernährung und einen Mangel an Bewegung gekennzeichnet, sind die Faktoren bereits gegeben. Diese Krankheit betrifft einen großen Anteil der Bevölkerung in den Industriestaaten.

Übergewicht und Fettleibigkeit können zudem aber auch zu zahlreichen körperlichen Beschwerden führen. Dazu zählen unter anderem Atemnot und Kurzatmigkeit bis hin zu länger als zehn Sekunden andauernden Atemstillständen, die anfallsartig auftreten, weiterhin können orthopädische Probleme wie Rückenschmerzen, insbesondere in der Lendenwirbelsäule und Beschwerden im Knie auftreten, da die Gelenke auf Grund des hohen Gewichts überlastet sind und sich dadurch schneller abnutzen, auch Störungen im Stoffwechsel wie erhöhte Blutfettwerte oder ein erhöhter Blutzuckerwert und Gicht können die Folgen sein. Von den psychischen Problemen, wie einem mangelnden Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein einmal abgesehen.

Doch auch viele andere der so genannten Zivilisationskrankheiten werden mit dem Übergewicht in Verbindung gebracht. So gehören die koronare Herzkrankheit sowie das erhöhte Risiko eines Herzinfarktes oder eines Schlaganfalls dazu, die Verkalkung der Arterien, Typ 2 Diabetes (das ist der nicht vom Insulin abhängige Diabetes – Typ),     die Bildung eines Kropfes oder Gallensteines, sogar eine Beinvenen – Thrombose sowie Schäden am Gelenk können die Folgen sein. Aber auch Krebserkrankungen etwa der Brust oder der Gebärmutter sowie der Prostata können von Übergewicht und Adipositas gefördert werden.

Erschreckend ist, dass der moderne Stil des Lebens mit einer Mixtur aus viel Essen und wenig Bewegung dazu führt, dass heut zu Tage weitaus mehr Menschen an Fettleibigkeit und Adipositas leiden als noch vor 50 Jahren.