Abnehmen mit Diätpillen

Abnehmen mit Diätpillen ist eine umstrittene Angelegenheit. Es gibt sicherlich ebenso viele Meinungen wie Tabletten auf dem Markt. Manchen sprechen von Wunderpillen und Schlankmachern, die anderen wiederum verpönen sie als Humbug oder bezeichnen sie gar als gesundheitsgefährdenden Cocktailmix.

Welche Produkte sind auf dem Markt und was bringen diese Schlankheitsmittel tatsächlich? – Das sind sicherlich berechtigte Fragen. Unter anderem kann man Abnehmprodukte in drei große Gruppen unterteilen. Es gibt einmal die Appetitzügler, dann die Fettkiller, auch Fat – Burner genannt und zuletzt noch die Sattmacher.

Die Appetitzügler veranlassen das Gehirn Hormone auszuschütten, die dem Magen melden, dass er jetzt satt ist. Das Prinzip der Appetitzügler beruht also darauf, dass der Patient sofort weniger Hunger hat, dadurch weniger Nahrung zu sich nimmt und automatisch abspeckt. Verantwortlich für den Wegfall des Hungergefühls ist der Wirkstoff Sibutramin. Anfänglich wurde dieser als Antidepressivum eingesetzt, weil er auch so genannte Glückshormone ausstreut. Ein bekanntes Produkt ist Reductil. Es verstärkt das Sättigungsgefühl und erhöht die Stoffwechselproduktion. Dadurch, dass es zu starken Nebenwirkungen neigt, sind die Kapseln in Deutschland rezeptpflichtig und sollten nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

Die Einnahme von Fettkillern bewirkt, dass nur ein Teil des gegessenen Fettes vom Körper verwertet wird, der Rest wird unverdaut wieder ausgeschieden. Auf dieses Verfahren setzt beispielsweise das Produkt der Kohlsuppenkaspseln. Hoch dosierte Stoffe aus der gleichnamigen Suppe sollen Fette lösen und gleichzeitig abbauen. Außerdem wird der Körper laut Hersteller noch entgiftet. Hierbei handelt es sich um ein Nahrungsergänzungsmittel, welches nicht verschreibungspflichtig ist. Auch Formoline L 112 erhält man ohne Rezept, ist aber ein medizinisches Produkt. Eine Kapsel mit dem Wirkstoff D – Glucosamin soll ebenfalls das Nahrungsfett binden und unverdaut ausscheiden. Nur wer wirklich unter massiver Fettsucht leidet und unter ärztlicher Kontrolle steht, für den gibt es das verschreibungspflichtige Medikament Xencial. Hier kann es allerdings zu Nebenwirkungen wie Bauchkrämpfen und Durchfall kommen, weshalb es nur gezielt und unter Kontrolle eingenommen werden sollte.

Auch so genannte Sattmacher in Form von Quellstoffen sollen die Pfunde purzeln lassen. Diese Mittel gehen im Magen auf und lassen schneller ein Sättigungsgefühl entstehen. Wer eine Kapsel etwa eine halbe Stunde vor Essensbeginn schluckt, soll schneller satt sein und dadurch auch weniger essen. Auf dem Markt gibt es Produkte, die entweder verschreibungspflichtig sind, jedoch sind auch rezeptfreie Präparate erhältlich. Beide basieren auf dem gleichen Prinzip. So etwa die Bionorm Sättigungskapseln aus dem pflanzlichen Ballaststoff der Konjakwurzel. Ihr Extrakt soll im Magen und Darm enorm aufquellen und die Sättigungsrezeptoren in der Magenwand anregen. Ein weiteres rezeptfreies Produkt ist CM 3 Alginat. Der Wirkstoff dehnt sich im Verdauungsorgan gelartig aus und bleibt dort für mehrere Stunden, wodurch ein Sättigungsgefühl entsteht. Im Darm löst sich CM 3 Alginat dann vollständig auf.

Ein großer Nachteil ist, dass die meisten Diätpillen einen Gewöhnungseffekt zur Folge haben und dadurch ist ihr Nutzen nicht von langer Dauer. Denn schon nach kurzer Zeit stellt sich der Heißhunger wieder ein und der Abnehmwillige nimmt wieder zu.

Vorsicht ist bei der Werbung im Internet geboten. Viele Produkte, die rezeptfrei im Internet angeboten werden, stammen von dubiosen Firmen. Leere Versprechungen und ein hohes Gesundheitsrisiko sind bei den teils sogar illegalen Waren vorprogrammiert. Auf jeden Fall sollte man auf das Herkunftsland und die tatsächlichen Inhaltsstoffe achten. Gesundheitliche Risiken bestehen bei Ephedrin, Sibutramin, Guggulsteron, Synephrin, Yohimbin und Koffein. Diese Präparate sollten nicht ohne ärztliche Kontrolle und ausschließlich von seriösen Fabrikanten eingenommen werden.